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Pfarrei Mariä Himmelfahrt - Türkenfeld
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Sternsingeraktion 2015 - Ein Interview mit Father John und Schwester Maria Juliet

Seit vielen Jahren engagieren sich unsere Pfarreien für das Schulprojekt von Pfarrer John Kyazze. Der Geistliche hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine Schule nahe seinem Heimatdorf zu errichten, um den afrikanischen Kindern und Jugendlichen so eine wohnortnahe und gleichzeitig fundierte Schulausbildung zu ermöglichen.Viel ist inzwischen schon erreicht worden.

Im Gespräch mit Gerhard Meißner erzählen Pfarrer John und Schwester Maria Juliet von den letzten Entwicklungen an der St.-Zoe-Schule in Uganda.

Gerhard Meißner (GM): Schwester Juliet, was hat Ihr Orden mit den Sternsingern in Türkenfeld zu tun?

Schwester Juliet: Vor einem Jahr hat unser Orden die Leitung der St.-Zoe-Schule übernommen. Da die Schule seit vielen Jahren von den Spenden unterstützt wird, die die Sternsinger sammeln, möchten wir die Menschen hier kennen lernen. Unsere Mutter Oberin konnte leider nicht persönlich kommen, bei uns in Uganda finden zur selben Zeit Profess-Feierlichkeiten statt. Sie hat mich beauftragt, sie hier in Türkenfeld zu vertreten.  

GM: Was hat Sie an den zwei Tagen, an denen Sie mit Sternsingern in Türkenfeld unterwegs waren, am meisten beeindruckt?

Schwester Juliet: Die Kinder, die ich als Sternsinger begleiten durfte, waren alle noch sehr jung. Sie waren aber sehr brav, lustig und motiviert bis zum Schluss. Und jeder kannte seinen Text und seine Aufgabe. Das zeigt mir, dass die Kinder gut vorbereitet wurden. Mich hat mein Besuch bestärkt, weiter für andere Menschen da zu sein. Das Mitgehen hat mir großen Spaß gemacht. Manchmal haben uns die Leute schon an der Tür erwartet. Heute beim Mittagessen im Gasthaus wurden wir sogar gebeten, unser Lied aus der Kirche noch einmal singen. Das haben wir gerne gemacht.

GM: Father John, Sie haben einen langen Flug von Uganda über England bis nach Deutschland auf sich genommen. Das ist ein großer Aufwand, um eine knappe Woche in Türkenfeld zu sein. Warum?

Father John: Türkenfeld ist für mich nicht irgendein Ort, sondern zu einem Zuhause geworden. Seit 1991 bin ich immer wieder hier, ich habe viele Menschen kennen gelernt und in über 20 Jahren auch viel miterlebt. Viele dieser Begegnungen haben auch mich geprägt und als Priester und Mensch reifer werden lassen. Wenn sich hier so viele Menschen für die St.-Zoe-Schule engagieren, möchte ich auch persönlich mit dabei sein. So kann ich etwas zurückgeben.

GM: Seit rund 15 Jahren geht das Geld der Sternsinger aus Türkenfeld und Zankenhausen direkt an die Zoe-Schule. Wie wichtig ist das für Euch?

Father John: Sehr, sehr wichtig. St. Zoe ist eine private Dorfschule, wir bekommen keine staatliche Unterstützung. Alle Spenden, die wir aus Türkenfeld, Zanken-hausen, Pleitmannswang und Peutenmühle (Father John lacht) erhalten, haben es möglich gemacht, eine Infrastruktur aufzubauen. Gebäude, Klassenzimmer, Schlaf- und Wohnräume und vieles mehr konnten errichtet und ausgestattet werden. Auch unseren Obst- und Gemüseanbau konnten wir ausweiten, so dass wir an der Schule zu großen Teilen selbst erzeugte Nahrungsmittel zur Verfügung haben. 

Schwester Juliet: In Uganda ist es auf dem Land immer noch so, dass viele Familien sieben bis zehn Kinder haben und sehr arm sind. Wenn ein bis zwei Kinder aus einer Familie St. Zoe besuchen dürfen, bedeutet das für die ganze Familie Segen und Zukunft. Die Bilder aus unserer Broschüre zeigen, wie sich die Kinder in St. Zoe freuen. Ohne regelmäßige Hilfe könnten wir die Schule nicht unterhalten und voran entwickeln.  

GM: Schwester Juliet, der IHMR-Orden ist einer der größten Schwesternorden Ugandas. Wie viele Schwestern gehören ihm an und was sind seine Hauptauf-gaben?

Schwester Juliet: Bisher waren wir 315 Schwestern, jetzt am 4. Januar sind acht neue Schwestern in den Orden eingetreten. Wir arbeiten vorwiegend in Uganda in Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen. Aber auch in Deutschland, den USA und in Algerien hat unser Orden Niederlassungen. Ich lebe zum Beispiel seit vier Jahren in Geisenheim und arbeite dort als Krankenschwester. 

GM: Seit Anfang 2014 hat Ihr Orden die Leitung der St.-Zoe-Schule übernommen. Was ist Ihr Fazit nach einem Jahr Schulbetrieb?

Schwester Juliet: Wir sind im grünen Bereich. Das heißt, die Menschen in Kagoma und an der Schule haben uns Schwestern akzeptiert. Wir haben sie nicht enttäuscht und sie helfen uns bei vielen Dingen, zum Beispiel bei der Feldarbeit. Genauso wichtig war es für uns, dass wir weiter aus Türkenfeld und Manchester unterstützt werden. So hat die Schule eine Zukunft und wir können weiter planen. 

GM: Father John, wenn Sie sich für 2015 etwas wünschen dürften, was wäre das? 

Father John: Zwei Sachen. Erstens, dass wir es in diesem Jahr schaffen, in unserer Vocational School die neuen Ausbildungsberufe Schneider/Schneiderin, Schreiner, Maurer und Landwirtschaft anzubieten. Zweitens, dass wir unseren Obst- und Gemüseanbau weiter steigern können. Vielleicht schaffen wir es dann, in 2015 unsere Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln auf 100 Prozent zu bringen.

GM: Und was wünschen Sie sich, Schwester? 

Schwester Juliet: Dass wir uns gegenseitig noch besser kennenlernen und unsere Zusammenarbeit mit den Menschen hier in Deutschland weiter läuft. Dann können wir sicherlich alle unsere Vorhaben für 2015 umsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch und eine gute Heimreise an Sie beide. 

Interview: Gerhard Meißner

Foto (Thomas Jansen):
Pfarrer Dr. John Kyazze (re.) und Schwester Maria Juliet (Orden IHMR - Immaculate Heart of Mary Reparatrix; Niederlassung Geisenheim) (li.) im Gottesdienst vom 06.01.2015, an "Heilig Drei König" bei Ihrem Lied aus Uganda "Ssabalangira" in der Türkenfelder Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Foto (Thomas Jansen):
Ein Blick auf die Sternsinger der Pfarrei Mariä Himmelfahrt am 06. Januar 2015, kurz vor ihrer Aussendung in die Häuser und zu den Menschen von Türkenfeld.

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de