logo
Pfarrei Mariä Himmelfahrt - Türkenfeld
Home
Stille-Stars!
Kripperl
Sternsinger
Begleiter & Köche
Schlüsseldienst
Pfarrbrief-Team
Zwei-Frauen
Waldkapelle
Pfarrbrief
Pfarramt
Seelsorger
Kirchenverwaltung
Pfarrgemeinderat
Unsere Kirche
Waldkapelle
Kirchenchor
Ökum. Sozialdienst
Frauenbund
Ministranten
Brucker Forum
Senioren
Johns Zoe-Schule
Links
Kontaktformular
Impressum

Stille Stars VI: Vier Jahrzehnte für die Waldkapelle

Bei der sechsten Folge unserer Serie der Stillen Stars geht es um das Netzwerk, das um die Waldkapelle gewoben ist. Im Mittelpunkt steht eine mittlerweile weit über Achtzigjährige.

Heute ist es wieder soweit. Das Wetter passt, also macht sich Hanni Keller auf den Weg zur Waldkapelle. Was früher mit dem Fahrrad eine Angelegenheit von wenigen Augenblicken war, dauert heute zu Fuß gute 20 Minuten. Mit 87 Jahren und mit dem Gehwägelchen ist man einfach nicht mehr so schnell! Dennoch lässt es sich Hanni (so ist sie den Einheimischen bekannt) nicht nehmen, im Schnitt zweimal pro Woche in der Waldkapelle nach dem Rechten zu sehen.

Seit fast 40 Jahren macht sie das jetzt. 1972 hat sie damit begonnen, „einfach so“, wie sie sagt. Das „Einfach so“ war eine Frau namens Ottilie Bihler. Die hatte sich bis dahin um die Waldkapelle gekümmert, war aber dann zu alt und hatte die damals knapp 50-jährige Hanni Keller um Hilfe gebeten. Seither ist für Hanni Keller der Weg hinaus auf die kleine Lichtung im Pfarrwald zur Selbstverständlichkeit geworden. Genauso wie das Saubermachen, Blumenpflegen, Müll beseitigen und vieles mehr, was dazu gehört, damit sich die Waldkapelle als einladender Ort der Stille und des Gebets präsentiert.

Viel hat sich in den vier Jahrzehnten ereignet, seit sie sich um die Waldkapelle kümmert. Die Schutzmantelmadonna war entwendet und erst nach geraumer Zeit wieder gefunden worden. Die jährlichen Bittgänge und Andachten am 15. August standen immer unter dem Vorbehalt, dass es nicht regnen durfte. Eine dieser Andachten ist ihr noch besonders gut im Gedächtnis geblieben. Nach der Liturgie hatte nämlich Pfarrer John Kyazze aus Uganda alle Anwesenden überrascht, als er sich der Gemeinde in Lederhose und Wadlstrümpfen zeigte. Oft war sie an der Waldkapelle auch anderen Besuchern begegnet. Nicht selten hatte sich dabei spontan ein kürzeres oder längeres Gespräch entwickelt.

 

Viele helfen mit

Nie war Hanni Keller bei der Pflege der Waldkapelle auf sich alleine gestellt. Noch bis vor wenigen Jahren zum Beispiel hat sich Maria Gebele regelmäßig um den Kerzenvorrat und um das Beseitigen der abgebrannten Lichter gekümmert. Auch für die zwei- bis dreimal im Jahr notwendigen Mäharbeiten gab es immer Freiwillige wie den schon verstorbenen Otto Müller; seit einigen Jahren hat das Mähen jetzt ihr Sohn Franz übernommen. Gute Tradition ist es schon, dass zu Weihnachten Maria Riedel ein Tannenbäumchen stiftet. Und wenn zu einem besonderen Anlass ein Blumengesteck notwendig ist, hilft Nachbarin Sylviette Müller.

In den letzten Jahren hat die Unterstützung durch andere zugenommen, denn mit ihren 87 Jahren geht Hanni Keller vieles nicht mehr so leicht von der Hand. Sohn Franz und seine Frau Anita Keller sind dabei zu Hauptstützen geworden. Die Waldkapelle bleibt damit sozusagen in Familienhand. Das tut nicht nur der Pfarrei, sondern auch Hanni Keller gut. Sie genießt jetzt umso mehr den Ausblick von ihrer Wohnung im ersten Stock. Wenige hundert Meter von ihrem Fenster entfernt beginnt der Pfarrwald. Fast glaubt man die Waldkapelle zu sehen. Aber nur fast.

 

Gerhard Meißner

 

 

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de