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Pfarrei Mariä Himmelfahrt - Türkenfeld
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SONDERSEITE ZUM JUBILÄUM DER WALDKAPELLE

125 Jahre Marienverehrung: Von der Lourdesgrotte zur Waldkapelle

Seit 125 Jahre zieht es Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts an einen kleinen Platz außerhalb Türkenfelds. Manche kommen regelmäßig, andere wie Wanderer und Radfahrer ganz spontan, weil sie gerade auf der Nebenstraße von Türkenfeld nach St. Ottilien unterwegs sind und von der Lichtung mit der kleinen Kapelle angezogen werden.

Zu denen, die hier im Laufe der Zeit zur Muttergottes gebetet haben, gehörten Ottilianer Mönche bevor sie vom Türkenfelder Bahnhof aus ihre Missionsreise antraten, aber auch Männer, die in den 1. und 2. Weltkrieg zogen. Die meisten, und darunter nicht wenige Türkenfelder, kommen aber aus ganz alltäglichen Gründen: Sie wollen einen Moment innehalten, ein kurzes Gebet sprechen, die Muttergottes in einem Anliegen um Beistand bitten oder eine Kerze anzünden. Hier ein Überblick über 125 Jahre Marienverehrung.

 

 

Eintrag im Verkündbuch des Jahres 1885

15. August: „Samstag feiern wir das Fest Mariä Himmelfahrt zugleich Patrocinium unserer Pfarrkirche und Gemeinde. Früh ½7 hl. Frühmesse – 9 Uhr Kräuterweihe, dann Predigt und Hochamt; Nachmittag 2 Uhr feierliche Vesper. Nach der Vesper ist die feierliche Einweihung der Grotte von Maria Lourdes im Pfarrwald, wozu die Pfarrangehörigen eingeladen sind.“ Dieser Eintrag stammt von Albert Reiser, der von 1881 bis 1914 Pfarrer in Türkenfeld war.

Während die heutige Waldkapelle nach Nordosten geöffnet ist, blickte ihr Vorläufer, die Lourdesgrotte, nach Osten und stand näher an der Straße. Grobe, übereinander geschichtete Tuffsteine liefen konisch bis zu einer Höhe von rund 2,50 Meter zu. Sprichwörtlichen Halt gaben der Grotte zwei stattliche Bäume links und rechts. Doch einem Wirbelsturm am 28. Juli 1946 hielten beide nicht Stand. Auch die Lourdesgrotte und nahezu der gesamte Baumbestand des Pfarrwaldes wurden bei dem verheerenden Unwetter zerstört. Einer der wenigen Bäume, die überlebten, ist die knorrige Linde rechts neben der heutigen Kapelle. Sie stand wohl schon da, als die Lourdesgrotte 1885 eingeweiht wurde. Ihr hohes Alter hat ihr mittlerweile sogar zu einem Eintrag in dem Radwanderführer „Von Baum zu Baum“ verholfen.

1961: Neubeginn nach 15 Jahren

Die schwierige Situation nach dem 2. Weltkrieg war wohl der Hauptgrund, dass erst 1961 an gleicher Stelle im Pfarrwald die jetzige Waldkapelle errichtet werden konnte. Pfarrer Adolf Kiefer weihte sie am 15. August 1961 ein. Viele hatten davor zum Gelingen beigetragen. Gläubige spendeten 11.903,53 DM, einige Pfarrangehörige leisteten die Bau- und Maurerarbeiten, andere errichteten den Dachstuhl in Eigenregie. Auch Türkenfelder Handwerker wie der Schlossermeister Georg Resch mit Sohn Friedrich wirkten an der Ausgestaltung mit. Die schmiedeeisernen Tore, Kreuz und Leuchter stammen aus seiner Werkstatt. Die Schutzmantelmadonna im Innern wurde zur Einweihung der Kapelle gestiftet, geschnitzt hat sie der Münchner Bildhauer Erwin Weißenberger. Die bunten Glasfenster, von denen heute nur noch das linke erhalten ist, fertigte Erwin Heller aus Eresing.

 

 

Pfarrer Kiefer weiht im Jahr 1961 die neu errichtete Kapelle

 

Jubiläen

Als am 15. August 1985 Pfarrer Gabriel Haf mit den Türkenfeldern den 100. Jahrestag an der Waldkapelle feierte, hatte sich der Baumbestand im Pfarrwald längst wieder von dem einstigen Wirbelsturm erholt. Die Kapelle selbst musste seit ihrem Bestehen da und dort repariert werden, unter anderem am Dach. Gerade rechtzeitig zum 125. Jahrestag bekam jetzt auch die Kapellenlinde eine neue Sitzbank. Gestiftet hat sie eine Türkenfelderin, der die Waldkapelle wie vielen Generationen zuvor ebenfalls eine Herzensangelegenheit ist.

 

 

Festgottesdienst zur 100 Jahrfeier der Waldkapelle im Jahr 1985.
Zelebranten: Pfarrer Gabriel Haf (l.) und Pater Harald Jäger OSB (r.)

 

 

Text & Zusammenstellung Fotos: Gerhard Meißner

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de