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Uganda 2017: Interview mit Valentin Schmitt

 

?? Valentin, du warst das erste Mal an der Zoe-Schule. Wie hast du den Besuch dort empfunden und was ist dein Gesamteindruck?

Valentin Schmitt: Ja, das ist richtig, ich war das erste Mal an der Schule. Der Gesamteindruck ist eigentlich positiv. Es sind einzelne kleine Details, die man nur mit Schaudern beobachten kann, aber sonst ist der Gesamteindruck positiv. 

 

?? Inwiefern schaudern? 

V.S.: Wenn man die Schlafräume sieht, wo bei der Grundschule 50 Kinder in einem Zimmer waren. Auch die Sanitäranlagen, das sog. Bad, das ist ja auch nur ein gemauertes Viereck. Das erschreckt natürlich den Mitteleuropäer, aber ich glaube, für die einheimischen Kinder ist das kein so großes Problem. Wenn man in ihren Dörfern und Häusern die Originalschlafstellen sehen würde oder die Original-Sanitäranlagen – die sind da, glaube ich, noch viel schlimmer.

 

?? Hast du dir das gesamte Schulgelände so groß vorgestellt?

V.S.: Nein, eigentlich nicht. Dass das so gewachsen ist, hat mich schon positiv überrascht. Der Anfangsbau war ja doch noch überschaubar, und sieht man jetzt gerade die zwei großen neuen Trakte, die dazu gekommen sind, die machen schon etwas her. Das ist halt jetzt schon eine große Schule geworden.

 

?? Fandest du es gut, dass du alles mit eigenen Augen gesehen hast?

V.S.: Ja, auf alle Fälle. Man kann es nur beurteilen, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Ich wär gern noch ein wenig länger da geblieben, dann hätte man auch vor allem mit den Schülern noch sprechen können. Ich hätt‘ gern ein bisschen mit ihnen Indiaka gespielt oder sie erzählen lassen, wie sie sich fühlen. Da sind wir leider gar nicht mit ihnen ins Gespräch gekommen, weil Ferien waren und wir so wenig Zeit hatten. 

 

?? Was sagst du als Lehrer, der selber jahrzehntelang unterrichtet hat, zum Lehrbetrieb? Ist dir da noch etwas Spezielles aufgefallen.

V.S.: Mich hat überrascht, dass die Klassenräume eigentlich sehr ansprechend waren. Also da hab ich jetzt nicht den Eindruck, dass alles furchtbar oder extrem primitiv ist. Sicher haben sie kein Whiteboard oder keinen Beamer in jedem Klassenzimmer, aber eine Tafel. Und wir haben ja auch die kleine Bibliothek gesehen. Da war ich eigentlich sehr positiv überrascht, was den reinen Lehrbetrieb anbelangt. Auch die Lehrwerkstätten, die waren ja vollkommen in Ordnung. Das Einzige, was uns jetzt ein bisschen eigenartig aufgestoßen ist, sind einfach die Schlafräume und die Sanitäranlagen gewesen. Aber da muss man halt einen anderen Standard ansetzen.

 

?? Du warst ja schon einmal in Äthiopien, bist also nicht das allererste Mal in Afrika. Was ist dein Gesamteindruck zu Uganda?

V.S.: Eigentlich hätte Uganda Riesenchancen. Es ist ja ein unheimliches fruchtbares Land. Wenn ich das Klima hier so sehe, wir waren ja jetzt nur eine Woche da, aber etwas Besseres gibt’s eigentlich nicht. Es ist feucht, warm und grün, es wächst alles, und es wird unheimlich viel angebaut. Wir sind kilometerweit durch das Land gefahren und haben gesehen, was so alles angebaut wird, von Bananen über Tee bis zum Mais. Wir haben sogar intensiveren Landbau gesehen, auch mit Traktoren. Letzten Endes könnte sich das Land so gut selber ernähren und könnte wirtschaftlich wachsen, wenn nicht diese Regierung wäre. Da müsste sich wirklich etwas verändern. Sicher ist es jetzt nicht mehr ganz so schlimm wie zu Idi Amins Zeiten. Aber ich glaube, dass der jetzige Präsident ähnlich auf seinen Vorteil aus ist. Und Korruption ist natürlich sicher weitest verbreitet. Eigentlich müsste Uganda absolut selbständig gut leben und existieren können. Wenn ich so ein Land sehe, das so eine wunderbare Naturstruktur hat. Ich finde das riesig. Da ist Äthiopien ein ganz anderes Beispiel, da sind wir wirklich kilometerweise durch Landstriche gefahren nur mit Dürre und karstigen Felsen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie man da überhaupt auf einen grünen Zweig kommen kann.

 

?? Du siehst also für Uganda schon Entwicklungspotenzial und eine Zukunft?

V.S.: Ja, wenn das politische System die Infrastrukturen in Angriff nimmt und nicht die politischen Gegner. Uganda hat ja auch Erdöl und andere Bodenschätze, eigentlich ist Vieles da in dem Land.

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de