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Uganda 2017: Interview mit Heidi Naßl 

 

?? Heidi, du gehörst zu denen, die schon zweimal in Uganda und an der Zoe-Schule waren. Was war jetzt für dich am eindrucksvollsten, als du wieder zur Schule kamst?

Heidi Naßl: Also schon das Ankommen. Die ganze Außenanlage hat sich ja mindestens verdreifacht. Alles ist sehr gepflegt und schön angelegt, die Grünanlagen sind blühende Beete. Ich bin ja ein Blumenfan, ich mag so was. Das hat sich seit dem ersten Mal vor 14 Jahren total verändert. Auch die Einfahrt. Das war damals alles Lehmboden. 

 

?? Obwohl du wusstest, dass sich Einiges verändert hat, warst du also noch überrascht? 

H.N: Ja. Ich habe schon einige Bilder von John gesehen, dass die Außenanlagen gepflastert und begrünt sind, aber diese gepflegte Atmosphäre im Außenbereich hat mich schon überrascht.

 

?? Als wir dann unseren Rundgang gemacht haben, wie hast du die Details empfunden?

H.N.: Den Speisesaal, wo wir unseren Gottesdienst hatten, den gab’s ja damals noch nicht. Es existierte nur das eine Gebäude, wo die Einweihungstafel angebracht ist. Wenn man da reinkommt, das ist jetzt alles getüncht und sieht gepflegter aus wie damals. Es gab ja überhaupt kein Licht, gar nichts. Negativ aufgefallen sind mir die Schlafräume. Die sind jetzt wesentlich enger. Sie hatten damals Stockbetten aus Holz. Das fand ich sympathischer als die jetzigen Eisengestelle, wobei die zum Pflegen wahrscheinlich einfacher sind. Es war auch eng, aber es kam mir nicht so eng vor wie zum Beispiel die Schlafräume der Mädchen in der Grundschule. Die Säle waren auch wesentlich kleiner, dadurch konnten gar nicht so viele untergebracht werden. Beim letzten Besuch waren es auch weniger Unterrichtsräume. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele es waren. Aber auf jeden Fall war da ein durch Vorhang abgetrenntes Karree, wo die Lehrer in dem Schulraum geschlafen haben, auf Matratzen am Boden.

 

?? Zusammengefasst lässt sich das, was ihr vor 14 Jahren gesehen habt, gar nicht mehr mit dem Zustand von heute vergleichen, oder?

H.N.: Ja, es hat sich enorm viel getan. Auch am Komfort, zum Beispiel bei den Toiletten. Selbst wenn uns das immer noch nicht komfortabel anmutet, sind sie trotzdem besser geworden. Oder auch die Wasserversorgung. Eine Zisterne gab’s ja noch nicht, das Wasser musste von irgendwoher geholt werden. 

 

?? Die Erfolge der kontinuierlichen Aufbauarbeit durch Father John und seit 2014 durch die Schwestern sind also deutlich wahrzunehmen?

H.N.: Auf jeden Fall, das sieht man ganz deutlich. Es ist ja auch die Secondary School dazu gekommen und die Berufsschule. Das Außengelände für die Selbstversorgung gab es damals in diesem großen Ausmaß ebenfalls noch nicht. Das ist enorm ausgeweitet worden.

 

?? Was hat dich dieses Mal am meisten beeindruckt?

H.N.: Ich fand schon mal sehr schön, wie die Schüler uns empfangen haben. Ich mag diese Musik und die Fröhlichkeit der Menschen. Ich fand auch den Gottesdienst sehr gut und das Erinnern an Pfarrer Kapfer, dass er gegenwärtig war. Ohne ihn würden wir das alles ja nicht unterstützen. Gut war auch am Nachmittag der Rundgang, man konnte alles in Ruhe anschauen. Beim letzten Mal waren große Feierlichkeiten zur Eröffnung der Schule, deswegen hat kein Unterricht stattgefunden. Dieses Mal waren zwar Ferien, aber gerade deswegen konnten wir uns alles detaillierter anschauen.

 

?? Noch eine Frage zu Uganda im Allgemeinen. Was hat sich in den 14 Jahren denn am meisten verändert?

H.N.: Die Bebauung im Großraum Kampala hat mich geschockt. Es gibt kaum ein Fleckchen, das unbebaut ist, außer den kleinen Gärten um die Häuschen. Damals war das nicht so. Durch die Bebauung ist auch ein extremer Verkehr entstanden. Es war damals in Kampala auch Verkehr, aber nicht mit solchen Staus und diesen extremen Auspuffgasen und dem Smog. Sand und Staub hat es natürlich schon gegeben, damals waren noch nicht so viele Straßen geteert, aber die Pisten und die Lehmstraßen waren nicht so kaputt wie heute. Ganz negativ empfunden habe ich, dass sich dort, wo Juliets Mutter wohnt, die Chinesen einkaufen und versuchen, das Land ringsum aufzukaufen und Familien zu vertreiben. Oder die Autobahn, die der Präsident ohne Rücksicht auf die Umwelt durch ein Feuchtgebiet bauen lässt, wo Papyrus wächst. Damals wurden noch viele Dinge auf dem Fahrrad transportiert. Oft war das so hoch aufgeschichtet, dass man den Fahrradfahrer nicht mehr gesehen hat. Heute sind es halt Mopeds, da hat man schon wieder die Abgase. Es gab auch noch nicht so viele Autos und Taxis, wesentlich mehr Menschen waren zu Fuß unterwegs. Man kann zwar sagen, das ist eben der Fortschritt. Ich sehe es nicht so. Ich sehe es so, dass sie ihre Umwelt zerstören. 

 

?? Was waren denn deine persönlichen Highlights während der ganzen Reise?

H.N.: Ich habe mich auf den Tag an der Zoe-Schule und beim John sehr gefreut. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Schule war ja auch der Grund, warum ich unbedingt hin wollte. Ich wollte sehen, wie sie sich weiterentwickelt hat. Dann hat mir der Nationalpark gut gefallen, weil da die Natur noch in Ordnung ist. Die Graduationfeier in Masaka bei Johns Neffen fand ich ebenfalls sehr beeindruckend. So etwas haben wir 2003 nicht erlebt. 

 

?? Dann hat sich für dich diese zweite Reise nach Uganda also gelohnt, trotz der einen oder anderen Strapaze?

H.N.: Ja, auf jeden Fall. Auch wenn ich sagen muss, ein drittes Mal werde ich wohl nicht mehr hinfahren. Gesundheitlich packe ich das nicht mehr.

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de