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Uganda - "Die Perle Afrikas"
Sieben Wochen in einer anderen Welt

Vorwort:

Im Jahr 2008 absolvierte Julia Dittenhauser ein siebenwöchiges Praktikum in der von Pfarrer John Kyazze gegründeten „Zoe-School“. Heute berichtet die Studentin über ihre Erfahrungen in Uganda und beschreibt, was mit den Spendengeldern aus unserer Gemeinde geschaffen werden konnte.

 

Am 19.7.2008 begann für mich ein großes Abenteuer. Im Rahmen meines Studiums „Angewandte Afrikastudien: Kultur und Gesellschaft Afrikas“ machte ich mich auf den Weg nach Uganda, um dort an der St. Zoe Grundschule von Pfarrer John Kyazze ein siebenwöchiges Praktikum zu absolvieren. Nach einem neunstündigen Flug über Kairo wurde ich am Flughafen in Entebbe vom Direktor der Schule, dem Bruder von Pfarrer Kyazze, freundlich in Empfang genommen. Wir verbrachten die ersten zwei Tage in einem Kloster, in dem die Schwester der beiden lebt und besuchten die Hauptstadt Kampala. Diese ist natürlich nicht mit einer europäischen Großstadt zu vergleichen, hat jedoch einen besonderen Charme. Mit jedem Besuch in der Stadt ist sie mehr ans Herz gewachsen.

Nach meinen ersten Tagen in Kampala fuhren wir schließlich nach Kagoma, einem Dorf, das  ca. zwei Stunden westlich nahe Mubende liegt. Dort empfing mich die Familie von John Kyazze sehr herzlich. Für die nächsten sieben Wochen war nun das Haus der Familie Kyazze auch mein Zuhause. Der Weg vom Wohnhaus zur Grundschule St. Zoe beträgt nur 10-15 min zu Fuß und so konnte ich jeden Tag zu meiner Praktikumsstätte laufen.

Meine Tätigkeiten an St.Zoe waren vielfältig und sehr interessant. Zu Beginn habe ich in Zusammenhang mit meinem Studium Fragebögen erstellt und an fünf verschiedenen Schulen in der Umgebung verteilt, um die konkreten Probleme ländlicher Schulen festzustellen. Die Ergebnisse waren in Vergleich zu St.Zoe teilweise erschreckend: an staatlichen Schulen wird von der Mehrheit der Schülern keine Schuluniform getragen, da ihre Eltern auf Bildung keinen Wert legen. Außerdem bieten die meisten Schulen kein Mittagessen oder einen Pausenverkauf  an und viele Kinder erhalten von ihren Eltern kein Pausenbrot, somit müssen sie oft einen ganzen Schultag ohne Essen auskommen. Das Niveau zwischen den einzelnen Schulen geht stark auseinander. So war es an manchen Schulen für Achtklässler schwierig, sich mit mir auf Englisch zu unterhalten,  wohingegen ich mit Schülern der 4.Klasse von St.Zoe schon ein gutes Gespräch auf Englisch führen konnte. Eine weitere Aufgabe von mir war es die staatlichen Probeklausuren in den 7. Klassen zu beaufsichtigen. Im Ergebnisspiegel hat St. Zoe  als beste Schule des Landkreises abgeschlossen. Es zeigt sich, dass in St. Zoe wichtige Bildungsarbeit geleistet wird.

Zudem habe ich während der Schulferien drei Wochen lang Computerunterricht an der Schule gegeben. Die Mehrheit der Teilnehmer hatte zuvor noch nie einen Computer benutzt. Es war schön die Fortschritte und  die Begeisterung der Schüler zu beobachten. Natürlich gab es dabei auch Schwierigkeiten: Nur vier Computer funktionierten und man brauchte immer erst Öl für den Generator, da der Solarstrom der Schule zu schwach gewesen wäre. Trotzdem steht der Erfolg im Mittelpunkt, den teilnehmenden Jugendlichen und Schülern eine Idee des Computers vermittelt zu haben. Durch künftige Computertrainings wird sich die Schule bestimmt einen guten Namen machen.

Ansonsten habe ich viel und oft mit Schülern von St.Zoe (und anderen Schulen) über diverse Themen diskutiert: Zukunft, Leben in Deutschland im Vergleich zu Uganda, kulturelle Aspekte, Unterschiede der Schulsysteme, politische Themen, Freizeitaktivitäten…

Als der Unterricht nach den Ferien wieder begonnen hatte, habe ich an Treffen der Verwaltung teilgenommen. Dort habe ich einen Einblick in die Finanzen des gesamten Schulprojektes bekommen und habe mitgeholfen, die Ausgaben für das nächste Schulhalbjahr zu planen und die des vorausgegangenen Halbjahres zu bewerten.

Neben meinem Praktikum an der Schule war ich öfter in Kampala und bin mit meiner ugandischen Familie nach Fort Portal und zum Queen Elizabeth National Park (westlich von Mubende; Richtung Grenze zum Kongo) gereist. Desweiteren war ich in Jinja (östlich von Kampala), an der Quelle des Nils. So konnte ich auch einiges von Uganda sehen und  kennenlernen. Das Land ist sehr grün und nicht zu heiß. Ich kann mich W. Churchill nur anschließen, der einst behauptete, Uganda sei die „Perle Afrikas“. Die Leute, die ich dort getroffen habe, waren alle sehr nett und freundlich zu mir. Ich hab weder unangenehme Erfahrungen gemacht noch mich jemals unsicher gefühlt.

Durch mein Leben in Johns Familie habe ich viel über Kultur und das ugandische Familienleben erfahren können. Anfangs gab es selbstverständlich Einiges, an das ich mich erst gewöhnen musste: in einem kleinen afrikanischen Dorf ohne fließendes Wasser zu leben, an sehr ölige Mahlzeiten, Stromausfälle, Unpünktlichkeit und so manch andere Sachen. Jedoch habe ich  nach kurzer Zeit angefangen die Ruhe und Unbeschwertheit zu genießen, besonders das Familienleben. Hier habe ich die interessantesten und tollsten Dinge erlebt: vom Kühe hüten bis zum Schlachten einer Kuh, Kochen an einer Feuerstelle, leckere exotische Früchte direkt aus dem Garten, mit dem Auto im Schlamm stecken bleiben und noch vieles mehr.

Letztendlich ist mir der Abschied nach sieben Wochen äußerst schwer gefallen. Ich habe sehr viel gelernt und gesehen.

Insgesamt kann ich definitiv sagen, dass ich eine wunderschöne Zeit in Uganda hatte und ich meine Erfahrungen dort auf keinen Fall missen möchte! Ich werde wiederkommen!

 

Bericht & Fotos: Julia Dittenhauser

Vorwort: Emanuel Staffler, PGR

 

Weitere Fotos finden Sie HIER

 

Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt  | pfarramt-tuerkenfeld[at]bistum-augsburg.de